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Dorfstrasse 14

Schorerhaus

erbaut 1832

Das ländlich-behäbige Gebäude setzt die Reihe der aussergewöhnlich schönen Häuser der vorderen Dorfstrasse fort. Seinen Namen hat es vom Notar Paul Schorer, dem das Gebäude in der ersten Hälfte des 20. Jh. gehört hatte.
Obschon es nur neun Jahre nach dem benachbarten Lemann-Haus erbaut wurde, hat das Schorerhaus eine vollständig andere Ausstrahlung. Es ist breiter und dadurch gedrungener als die Nummer 10; der Rundbogen ist etwas abgeflacht – eine sogenannte Korbbogen-Ründi – die weniger elegant, dafür gemütlich wirkt und die Blumenmalerei in den Kassetten im obersten Geschoss wirken ländlich wie Bauernmalerei. Das Haus liegt etwas erhöht vom Strassenniveau, so dass die Haustür über eine Terrasse und eine Treppe zugänglich ist. Diese Tür mit der wunderbaren Flachschnitzerei und dem zarten geschnitzten Blumenmuster im Oberlicht ist ein besonderes Schmuckstück an dem ansonsten schlichten Gebäude.
Die Südfassade öffnet sich gegen den Garten. Hier fällt der westseitige Anbau auf. Es handelt sich um einen Abortturm, in dem sich ursprünglich eben die Toiletten befunden haben. Sie wurden jeweils über einer Jauchegrube angelegt, der Zugang war in der Regel über die Laube oder durch das Freie. Solche Aborttürme sind an diversen Häusern noch sichtbar, aber heute natürlich umgenutzt. Auffällig ist am Schorerhaus, dass jedes Geschoss eine Südlaube besitzt. Die oberste hat ein Geländer mit gesägtem Auschnitten wohl aus der Bauzeit. Das Geländer der mittleren sieht man eher an spätklassizistischen Häusern; die Staketen wirken ähnlich wie ein Metallzaun, wie er an der untersten Laube angebracht ist. Im Giebel der Südfassade befindet sich eine Luke, die wohl zum Aufziehen von Holz oder anderen Gütern benutzt wurde.

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