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Schulhaus Höheweg

Auf dem «Hubel» wurde ein vornehmes Schulhaus errichtet, wie es damals für weiterführende Schulen beliebt war. Man zeigte damit, dass Bildung wertvoll war. Das ursprüngliche Gebäude ist heute der westliche Flügel, der als schlichter klassizistischer Baukörper errichtet wurde. Das flache Walmdach und der Mittelrisalit mit dem Dreieckgiebel sind typische Merkmale; ebenso das Sockelgeschoss aus Haustein und die profilierten Gesimse, welche die Stockwerke unterteilen. Das Dekor ist zurückhaltend, aber sehr harmonisch. So findet sich im Giebel ein umranktes Oeuil de Boeuf-Fenster und die durch drei Stufen erhöhte Tür ist durch ein Rundbogenportal erschlossen.
Der Platz reichte allerdings schon kurz darauf nicht mehr und anfangs Jahrhundert wurde ein Neubau benötigt. Dieser ist deutlich grösser und wurde durch einem Verbindungstrakt mit dem alten Gebäude verbunden. Die klassizistische Quaderform wurde aufgegriffen, ebenso das flache Walmdach, aber stilistisch handelt es sich hier um Historismus: Es wurden verschiedene Stilmerkmale miteinander kombiniert, allerdings auf eine dezente Art, so dass das Gebäude nicht überladen wirkt. Die Hausteinflächen sind markant, der Westtrakt hat die in dieser Zeit so beliebte Form eines Turmes mit «frühmittelalterlichen» Rundbogenfenstern im dritten Geschoss. Jeder Trakt hat eine andere Fensterform, was hier aber nicht störend wirkt, sondern die innere Nutzung des Hauses unterstreicht.
Der Verbindungstrakt hat ein Mansartdach, das an barocke Bauten erinnert und der Mittelrisalit des Osteingangs ist mit einer Dreieckslukarne gekrönt. Daneben finden sich aber kleine barock geschwungene Lukarnenfenster mit einem hübschen Dachreiter. Einzig die Dachaufbauten der Nord- und Südseite sind später und für das Dach etwas zu prominent.

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